Herzverstopfung

Unser Herz, Sitz unserer Gefühle, es hält so viel aus, es macht so viel mit und ist für uns Lebenswichtig.

Alle positiven Gefühle kommen aus dem Herzen. Liebe, Freude, Güte. Aber es macht uns auch stark, denn wenn wir mit dem Herzen sehen, können wir in andere Herzen schauen. Wir sehen in ihnen die Wahrheit.

Vor allem bei (unseren) Kindern können wir in die Herzen sehen. Wir sehen den Schmerz, wenn sie weinen und die Freude, wenn sie lachen. Sicher, das sehen wir bei anderen Menschen auch, aber ich finde, gerade bei Kindern ist das alles noch sehr unverfälscht.

Dadurch, dass die Kinder noch so einen unverfälschten Zugang zu ihren Gefühlen haben, können sie sie auch unverfälscht zeigen. Und das tun sie. Sehr intensiv, sehr oft. Und wenn wir uns darauf einlassen, dürfen wir daran teilhaben.

Aber dann gibt es da noch die Menschen, denen bestimmte Gefühle verboten wurden. Oder eingeredet wurden. Die Menschen, denen als Kind gesagt wurde, was sie für Menschen seien.

Die überlagern ihre Gefühle. Im Prinzip überlagern sie sogar ihr Herz. Mit den Dingen, die gesagt wurden, gezeigt wurden oder getan (oder eben nicht getan) wurden. Und wenn es ihnen verboten oder nicht möglich war, darüber zu reden, werden sich die ungesagten Worte auf das Herz legen.

Es wird mehr und mehr, immer größer und immer schwerer. Irgendwann können die guten Gefühle nicht mehr an die Oberfläche kommen, weil sie so überlagert werden.

Das ist dann die Herzverstopfung.

Worte, die raus müssen, aber nicht gesagt werden können. Gefühle, die nicht gefühlt werden können. Es aber müssten. Mehr und mehr Kapseln sich die Menschen dann ab.

Erst von ihren Gefühlen. Dann von sich. Dann von anderen Menschen. Um den Schmerz zu ertragen betrinken sie sich, nehmen Drogen, stürzen sich in die Arbeit oder in immer neue Abenteuer. Nur um nicht zu spüren, dass sie eigentlich nichts mehr spüren können.

Das nennt sich dann auch gerne „Depression“, wobei ich hier nur für mich spreche. Wenn es bei euch auch so ist, könnt ihr das gerne Kommentieren.

Was gegen diese Verstopfung hilft?

Ich bin der Meinung, Überwindung. Die Überwindung zu reden. Über das, was auf dem Herzen liegt. Sich das Herz ausschütten, im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist wie einmal durchlüften.

Das ist nicht so einfach. Denn das Reden muss man lernen. Schließlich haben die Menschen gelernt, dass sie das nicht dürfen. Dass es falsch ist, was sie sagen und denken und fühlen. Das anzuzweifeln, ja sogar erst wahrzunehmen, sich bewusst zu machen und dann nach und nach diese Verstopfung aufzulösen ist sehr viel Arbeit.

Sie lohnt sich allerdings. Denn Irgendwann kommen die guten und positiven Gefühle wieder zum Vorschein. Ab und an sind sie wieder verschüttet, dann kommt die Angst hoch, ob das auch so richtig ist. Aber das ist es. Es ist richtig.

Es ist alleine schon deshalb richtig, weil jeder einzelne von uns es verdient hat, Liebe zu spüren. Liebe zu sich selber und Liebe zu anderen. Und natürlich auch von anderen.

Und dafür lohnt es sich zu kämpfen. Um die Verstopfung dahin zu schicken, wo sie hingehört:

Ins nächste Klo!

Eure Mel ❤

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