Der Unterschied

Ich muss ganz ehrlich sagen, oft fühle ich mich sehr alleine. Ich habe eine andere Sicht auf die Dinge, auf das Leben und auf den Glauben.

Damit Ecke ich an, denn diese Sicht ist vielen Fremd.

Obwohl ich weiss, dass ich damit nicht ganz alleine dastehe und einige sogar sehr bekannte Menschen diese Sicht teilen (Neal Donald Walsh zum Beispiel oder der Dalai Lama, sogar Einstein) ist es in meinem Leben doch so, dass es eher befremdlich wirkt auf andere.

Ich habe diesen Blog ins Leben gerufen, um meine Sicht mit vielen Menschen zu teilen und vielleicht auch Gleichgesinnte zu finden.

Mein Logo fasst diese Sicht sehr gut zusammen:

Alles gehört zusammen. Nichts und niemand ist getrennt voneinander. Weil alles aus Energie besteht, ist alles eins. Das, was ich Dir antue, tue ich auch mir an. Das, was ich dem kleinsten Tier antue, tue ich mir an.

Die (sichtbare) Verbindung von allem ist das Atom. Die unsichtbare die Energie. Und doch umgibt uns das alles. Jederzeit. Es ändert sich, ist im Wandel. Unsere Gedanken und Gefühle sind reine Energie. Das spürt ihr am Besten bei sehr starken Gefühlen. Wie Wut. Oder Liebe.

Beides Dinge, die sogar körperlich spürbar sind. Durch zittern und schwitzen zum Beispiel.

Ich rede auch oft davon, dass ich gläubig bin. Ich glaube an Gott.

Aber nicht an den Gott der Kirche. Den mag ich nichtmal sonderlich. Er ist rachsüchtig, gemein, unbeherrscht, und unfair. Er lässt seine „Kinder“ leiden und droht mit schrecklichen Höllenqualen, wenn wir nicht hören. Das macht für mich kein liebender Gott. Das machen Menschen, die Macht und Kontrolle wollen. Und diese durch Angst festigen.

„Mein“ Gott ist reine Energie. Die reine Energie der Liebe. Und Gott ist in jedem Lebewesen. Egal, wie groß oder klein es sein mag. Dabei ist auch der Name total wurscht. Ob wir diese Energie Gott oder Göttin, Allah, Buddha, Krishna oder Horst-Günther nennen ist egal. Weil es eben keine Person ist. Sondern Energie. Wir geben unserem Strom ja auch keinen Namen.

Neal Donald Walsh stellt in einem seiner Bücher die Frage, wie wir uns verhalten würden, wenn Gott vor uns stehen würde. Wie würden wir ihm begegnen?

Sicher würden wir ihm nichtmal ansatzweise das antun, was wir täglich anderen Lebewesen und uns auch selber antun.

Niemand würde Gott mit einer Fliegenklatsche erschlagen, weil er nervt. Oder in Bier ertränken, weil er den Salat frisst.

Niemand würde Gott grausam schlachten (oder überhaupt schlachten), nur weil er Bock auf ein Steak hat.

Niemand würde aber auch Gott die Arme aufritzen, nur um zu spüren, dass er noch lebt.

Oder Gott schlagen, weil er mal wieder nicht gehört hat.

Usw.

Ich denke, ihr wisst, worauf ich hinaus will. Sobald wir damit anfangen zu akzeptieren, dass Gott überall und IN jedem Lebewesen ist, werden wir unser Verhaltensweise ändern. Wenn wir sterben, kehren wir wieder zurück. Immer. Egal, was wir getan haben.

Wie bei einem Puzzle. Dabei ist Gott die Verpackung und wir (bzw ALLES Leben, egal wo) sind die Teile. Würdet ihr, wenn ihr das Puzzle wieder einräumt, auch sortieren? Und wenn ja, wonach? Für euch sind die Teile alle gleich wertvoll, ganz egal wie sie aussehen. Und wenn eines fehlt, ist das richtig kacke, denn dann ist es unvollständig. Warum also solltet ihr da dann sortieren?

Mit Gott und uns ist es gleich. Klar, die Puzzleverpackung kann man austauschen, Gott nicht. Da hinkt es ein wenig, seht es mir bitte nach. Vielleicht habt ihr aber ein besseres Beispiel? Dann dürft ihr mir das gerne erzählen.

Sobald wir damit anfangen zu akzeptieren, dass Gott auch IN uns ist, dass wir Teil von ihm sind und dementsprechend selber göttlich, werden wir anfangen uns auch uns gegenüber anders zu verhalten.

Und das zieht alles weitere Kreise.

Wenn ich akzeptiere, dass Gott die Energie reiner Liebe ist, bestehen wir ja auch irgendwie daraus.

Die Liebe verletzt aber nicht. Sie tut niemandem etwas schlimmes an. Sie vergibt, versteht und verzeiht.

Wenn wir anfangen diesen Weg zu gehen, wird sich viel ändern. Bei uns, mit uns und unseren Mitmenschen und letztendlich mit der Welt. Dann sind bestimmte Vorstellungen schon so absurd, dass sie überhaupt nicht erst ausgeführt werden.

Und dazu gehören die oben genannten Beispiele.

Dazu gehört aber auch die Erziehung unserer Kinder komplett anders zu gestalten. Sehr gute Konzepte, die auf BEziehung basieren, statt auf Erziehung, gibt es bereits.

Dazu werde ich aber nochmal separat was schreiben, das würde hier den Rahmen sprengen.

Ich versuche immer, so gut ich es kann, das alles zu berücksichtigen. Das ist nicht einfach, denn ich habe auch mit Dämonen zu kämpfen, so wie jeder andere auch.

Aber ich mache mir so oft es geht deutlich, dass ich nur dann etwas verändern kann, wenn ich etwas anders mache.

Zum Beispiel Menschen, die mir sehr wehgetan haben, zu vergeben. Das würde ich mir umgekehrt auch wünschen.

Oder nett und freundlich bleiben, egal wie mein Gegenüber sich verhält. Ihm sogar liebevolle Gedanken zu schicken und die besten Wünsche.

Weil das alles einen Unterschied macht. Das heisst nicht, dass ich mir alles gefallen lasse und immer ja sage. Wenn mir etwas nicht gut tut und ich etwas nicht will, kann ich das sagen.

Ich kann ganz klar (aber freundlich!) sagen, was das mit mir macht, wenn mein Gegenüber mir zB wehtut oder mich beleidigt oder sowas. Wenn er nicht aufhört, kann ich gehen.

Das ist nur ein Beispiel und natürlich gibt es Extreme, wenn ich verprügelt werde, hilft es nicht viel freundlich zu sagen, dass es mir wehtut. Da hilft nur zu flüchten, sobald es geht.

Was ich eigentlich sagen will ist, gleiches mit gleichem zu Vergelten ist Quatsch. Das bringt nichts. Niemandem und nie. Dafür müssen wir nur die Nachrichten hören.

Das ist ein Weg, der eben anders ist. Der aber, wie ich finde, einen Unterschied macht. Einen wichtigen.

Weil es eben auch was mit uns macht. Und das kann ich sogar beweisen. Wenn ihr wollt, hab ich eine kleine Aufgabe für euch:

Stellt euch einen Menschen vor. Irgendeinen. Ihr müsst mit diesem Menschen zusammen arbeiten.

Jetzt stellt euch vor, ihr seid wütend auf ihn. Also, so wirklich richtig scheissewütend stellt euch vor, was ihr alles mit ihm machen wollt. Ihn anschreien, oder auch auf ihn einschlagen. Stellt euch das in allen Einzelheiten vor.

Und jetzt atmet einmal tief durch und denkt an kleine, weisse Häschen auf einer Wiese.

Okay?

Also weiter. Der gleiche Mensch. Aber diesmal umarmt ihr ihn. Ihr begegnet ihm in Liebe und Wertschätzung. Ihr freut euch, ihn zu sehen und seid glücklich, dass er da ist. Stellt euch auch das in allen Einzelheiten vor.

Also…

Wie habt ihr euch jeweils gefühlt? Was hat sich besser angefühlt? Was hat sich richtiger angefühlt? Wobei ging es euch gut?

Eben.

Und noch etwas weiter, wie wäre die weitere Zusammenarbeit? Wie würde es euch zukünftig gehen?

Es macht einen Unterschied, wie wir anderen Menschen begegnen.

Weil die Energie, die wir aussenden, zu uns zurück kommt. Darf man auch gerne Karma nennen. Allerdings kriegen wir das zurück von dem wir glauben, dass wir es verdient haben – egal in welche Richtung. Und vor allem läuft das meist unbewusst ab. Auch wenn wir uns im Recht fühlen, wissen wir doch irgendwo in uns drin, dass wir es nicht sind, wenn wir jemanden zur Schnecke machen.

Aber auch, wie wir auf unser Gegenüber reagieren ist wichtig. Auge um Auge ist dabei die denkbar schlechteste Option.

Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, würden mich eure Gedanken dazu sehr interessieren.

Bin ich damit wirklich so alleine?

In Liebe,

Mel

2 Kommentare

  1. Liebe Mel,
    danke für diesen ehrlichen und offenen Beitrag! Ich kann mich darin absolut wiederfinden. Es hat mich überrascht, das jemand anderen schreiben zu lesen… 😉 Ich kenne sonst niemanden, der das so sieht wie ich und vor allem das auch auf Kinder übertragen möchte. Und bei den Gleichgesinnten in Bezug auf Kinder sind wenige, die mein spirituelles Weltbild teilen. Für mich gehört das aber eng zusammen. Es ist ein großes Ganzes, ein wunderschönes Ganzes, miteinander verbunden und dadurch auch so so komplex. Manchmal überwältigt mich das, doch die Chancen und die schiere Summe der Lösungsmöglichkeiten lassen mich dann doch positiv zurück.
    Du bist nicht allein, ich arbeite für die gleiche Vision einer besseren Welt und glaube, dass wirklicher Frieden hier auf Erden möglich ist. Nur sind wir noch weit davon entfernt. Aber es ist möglich. Und jeder von uns ist ein Teil davon.

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen, vielen lieben Dank für Deine liebe und tolle Rückmeldung 💖 es tröstet mich sehr zu wissen, damit nicht alleine zu sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen direkt Dichtmachen, sobald man auch nur ansatzweise irgendwas von spirituell oder gläubig erzählt oder eine andere Erziehungshaltung hat. Und selbst diejenigen, die spirituell sind, sind oft auch sehr extrem und lassen dann NUR diesen Glauben zu.

      Es tut wirklich gut zu wissen, dass es aber auch noch andere Menschen sind, die die Dinge so sehen, wie ich und ich bin Dir sehr dankbar, dass Du mir geschrieben hast 💖

      Gefällt 1 Person

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