Die Lawine des zerbrochenen Schneeballs

Es war einmal, vor langer, langer Zeit, da gab es ganz viele Schneebälle auf dieser Erde. Sie lebten in Gruppen zusammen. Sie waren Freunde, Helfer, Familie. Sie halfen sich gegenseitig wo sie nur konnten und waren füreinander da.

Auch die kleinen Schneebälle wurden von allen gemeinsam groß gemacht. Es gab keinen Neid und keine Missgunst, denn alle hatten etwas voneinander.

Eines Tages aber gab es in einer dieser Gruppen einen schlimmen Vorfall. Sie wollten weiterziehen in den Norden um dem Sommer zu entfliehen, der für sie tödlich sein konnte, doch ein kleiner neugieriger Schneeball sonderte sich von der Gruppe ab und ging verloren.

Die anderen suchten ihn sobald sie sein fehlen bemerkten, doch es war zu spät, sie fanden ihn nicht mehr. Traurig gingen sie weiter, sie hofften, er würde ihre Spuren sehen und ihnen folgen.

Doch der kleine Schneeball hatte sich verirrt. Er rief und rief und weinte, doch er fand seine Gemeinschaft nicht mehr. Und so irrte er einsam und verlassen durch die Gegend. Dabei zerbrach er mehr und mehr. Er war alleine und fühlte sich bald auch verlassen. Und je einsamer er wurde, desto mehr brach er in Stücke.

Eine andere Gruppe von Schneebällen fand ihn nach einiger Zeit. Sie waren schockiert über sein Aussehen und taten alles um ihm zu helfen. Sie schafften es sogar die zerbrochenen Stücke wieder zusammenzuflicken. Die Narben waren noch immer zu sehen und sie waren aus Eis. So kam es das aus dem kleinen, fluffigen und weichen Schneeball ein großer und sehr harter Ball wurde.

Er wurde in die Gemeinschaft die ihn fand aufgenommen, doch er blieb immer anders als die anderen. Weil er so hart war schaffte er es bald die anderen Schneebälle zu überzeugen, dass er der stärkere sei und sie nur überleben konnten, wenn sie so wurden wie er.

Und dafür müssten sie die kleinen Schneebälle ebenfalls aus Eis machen.

Zuerst wehrten sich die anderen Schneebälle dagegen, doch er blieb beharrlich und bald schubste er sogar andere Schneebälle weg, die nicht taten, was er wollte. Also fügten sie sich und fingen an die kleinen Schneebälle ebenfalls zu zerbrechen.

Das war eine sehr schlimme Zeit damals.

Und es waren plötzlich sehr viele sehr harte große Schneebälle auf der Erde. Sie verließen ihre Gruppen und machten ihr eigenes Ding. Sie hatten von Anfang an gelernt, dass sie alleine waren und niemand für sie da war, wenn sie jemanden brauchten. Und jeder der ihnen in die Quere kam wurde direkt geschmolzen oder anders eliminiert.

Die Schneebälle fingen an in Angst zu leben. Diese Welt war ein gefährlicher Ort und niemandem konnten sie trauen. Sie wollten es auch nicht. Es wurde unvorstellbar für sie, dass es auch andere Zeiten gab.

Und so wurden sie zu Feinden, sie neideten sich selbst das kleinste bisschen Schatten und alles, was der andere hatte. Sie bekämpften und bekriegten sich, wo sie nur konnten. Sie gaben damit an wer die meisten Narben und das meiste Eis hatte. Es gab nichts fluffiges mehr in ihnen nur Kälte und Härte.

Und alles fing mit diesem armen, kleinen Schneeball an, der sich verirrt hatte und an seiner Einsamkeit zerbrach.

Ihr seht also, ein zerbrochener Schneeball kann eine tödliche Lawine auslösen.

Umso wichtiger ist es, dass wir aufeinander achten und garnicht erst zulassen, dass wir zu Eis werden. Und dass wir vor allem die Kleinsten schützen und beschützen, damit sie ohne Eis und Narben groß werden.

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