Der Sprache

Dieser Beitrag hat gedauert. Weil ich viel dafür gelesen habe, viel recherchiert habe. Am Anfang stand (m)eine Theorie. Ich wollte sie bestätigt wissen und habe deshalb viele Beiträge gelesen. Und Blogs. Und Zeitungsartikel.

Aber da muss man eben durch, wenn man etwas erreichen will.

In diesem Artikel geht es um unsere Sprache. Und darum, was sie mit Frauen macht. Ein Beispiel?

Lest diesen Satz nochmal:

Aber da muss man eben durch, wenn man etwas erreichen will.

Fällt euch was auf? Nein?

Naja, warum auch? Ein ganz normaler Satz, so alltäglich, so typisch. Und er macht Frauen unsichtbar, ganz überspitzt gesagt.

Nochmal:

Aber da muss man eben durch, wenn man etwas erreichen will.

Warum man? Warum nicht Frau? Oder Mensch?

Ich habe noch ein paar Sätze für euch und jetzt, wo ihr etwas sensibilisiert seid, schaut euch die Sätze an:

  1. Ich muss einen Termin bei meinem Hausarzt machen.
  2. In der Schule gibt es Nachmittags noch drei ehrenamtliche Betreuer, die den Lehrkräften unter die Arme greifen
  3. Die Professoren sind sich darüber einig, dass sie sich einig sind.
  4. Die Mitarbeiter haben beschlossen den Chef doof zu finden.
  5. Die Politiker sind schockiert über das absehbare Wahlergebnis

Natürlich sind hier die Frauen mitgemeint. Aber sie werden überlesen, weil sie unsichtbar sind.

Und was passiert mit Menschen, die unsichtbar sind? Sie verschwinden. Sie sind unwichtig. Oder werden es. Sie haben nichts zu sagen, weil sie faktisch nicht da sind. Und Menschen, die faktisch nicht da sind, werden naturgemäß ausgegrenzt. Und übersehen. Also ist alles das, was diese Menschen sagen wollen, was die darstellen, was sie können und leisten ebenso unsichtbar.

Die Sprache formt unsere Gedanken, unsere Gedanken formen unsere Welt. Was das für eine Welt ist, in der 50% der Bevölkerung als unsichtbar und wertlos wahrgenommen wird,erleben wir Tag für Tag.

Es hängt alles zusammen und auch wenn es nur eine Nichtigkeit zu sein scheint, ob wir jetzt man oder Frau sagen, hat es eben doch große Auswirkungen.

Ich gebe euch nochmal die obigen Sätze:

  1. Ich muss einen Termin bei meiner Hausärztin machen
  2. In der Schule gibt es Nachmittags noch drei ehrenamtliche Betreuerinnen, die den Lehrerinnen und Lehrern unter die Arme greifen
  3. Die Professorinnen sind sich darüber einig, dass sie sich einig sind
  4. Die Mitarbeiterinnen haben beschlossen die Chefin doof zu finden.
  5. Die Politikerinnen sind schockiert über das absehbare Wahlergebnis

Eigentlich nur ein paar Buchstaben mehr. Aber wie oft lesen wir das? Weit häufiger ist die oben genannte Version. Denn wenn es Sprache nur in dieser Form gäbe und die Männer natürlich mitgemeint sind, was meint ihr, was das für einen Aufstand geben würde?

Geht ja gar nicht, die Männer unsichtbar zu machen. Was erlauben wir uns?

Aber warum ist es okay und völlig verständlich, wenn Männer dann wütend sind, wir Frauen das aber als gegeben und normal hinnehmen?

Eben weil wir so aufgewachsen sind. Es ist tatsächlich normal für uns. Und genau das finde ich falsch.

Wir sind nicht unsichtbar. Wir sollten anfangen auch dafür zu sorgen, dass wir sichtbar werden. Und das fängt eben auch bei der Sprache an. Vor allem dort, denn sie benutzen wir den ganzen Tag.

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