Mein Körper. Meine Entscheidung.

In Zeiten in denen es so scheint als sei alles Öffentlich, ist es umso wichtiger daran festzuhalten, dass etwas ganz entscheidendes uns gehört: unser Körper nämlich.

Aber wieso fällt uns das so schwer, so etwas eigentlich selbstverständliches, als falsch anzusehen?

Ich denke, weil wir bereits als Kinder gelernt haben, dass über uns und unseren Körper bestimmt wird. Andere bestimmen, wann wir gesäubert werden, wann wir schlafen müssen, wann wir baden und wie, wann wir die Zähne putzen müssen usw. Wenn wir uns zur Wehr gesetzt haben, wurden wir oft gezwungen. Unsere ureigensten Grenzen wurden missachtet, übergangen und verletzt. Jeden Tag.

Wir haben gelernt, dass wir wehrlos sind. Ausgeliefert an den Stärkeren.

Dann kam die erste Liebe. Der erste Sex. Oft unter Druck. Alle anderen haben schon. Wenn ich nicht mit ihm schlafe, macht er Schluss.

„Hab dich nicht so.“ „Das macht Spaß“ „Warum bist du so spießig“ usw sind Sätze, die wir bestimmt oft gehört haben. Ich wage zu behaupten, dass die wenigsten sich trotzdem weiter behauptet haben. Die Meisten sind eingeknickt. Haben mitgemacht. Weil „man das eben so macht.“ Und wer ist schon gerne eine Spießer*in? Gerade als Jugendliche.

Aber das ist Erpressung, Nötigung. Wir gingen darauf ein. Wir haben wieder gelernt, unser Körper gehört anderen. Wir können nicht darüber bestimmten, das macht „man“ nicht. Das führt zur Ausgrenzung.

Fremdbestimmung für den eigenen Körper ist so sehr Normalität, dass wir es überhaupt nicht richtig wahrnehmen. Erst wenn wir selber Kinder haben und sie uns ihre natürlichen Grenzen zeigen, wird uns das (vielleicht) bewusst.

Und wenn wir das merken, dann haben wir die Wahl, achten wir diese Grenzen, oder machen wir den gleichen Fehler wie unsere Eltern?

Ich bin immer froh zu lesen, wenn diese Grenzen beachtet werden. Bei meinen Kindern gebe ich mir auch die größte Mühe damit. Ich sage ihnen oft, dass es ihr Körper und ihre Entscheidung ist. Ich respektiere ihre Entscheidungen so oft es geht und wenn es nicht geht (zB Zähne putzen, schlafen gehen oder Windeln wechseln) suche ich so lange eine Lösung, bis ich eine gefunden habe, bei der ich keine Grenzen verletze.

Mir ist das einfach super wichtig und als mir dieses Bild in mein Instagram gespült wurde, hatte ich direkt diesen Artikel im Kopf. Ein herzliches Dankeschön an Pia Mortimer, dass ich es verwenden durfte.

Ich lerne langsam meinen Körper für mich zu beanspruchen. Mich abzugrenzen, wenn ich etwas nicht will und mich auch nicht mehr überreden zu lassen, wenn ich etwas nicht will. Es ist schwer, weil vieles mit Angst behaftet ist, aber letzten Endes ist es eben mein Körper und darüber bestimme ich.

Und zwar nur ich.

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