Das schwache, vergessene Mädchen!?

Das Sandmännchen
Calliou
Die Maus
Lauras Stern
Micky Maus
Kikaninchen
Kleiner roter Traktor
Benjamin Blümchen
Bob, der Baumeister
Timmy das Schäfchen
Petersson und Findus
Die Pinguine aus Madagascar
Tom & Jerry
Bibi Blocksberg
Jim Knopf
SpongeBob
Cosmo und Wanda
Das Dschungelbuch
Findet Nemo
Der kleine Eisbär
Cars
Der Mondbär
Die Kinder von Bullerbü
ICE Age
Lotta aus der Krachmacherstrasse
Pippi Langstrumpf
Michel von Lönneberga
König der Löwen
Ronja Räubertochter
Wicky
Shrek
Barbie
Hexe Lilli
Die wilden Kerle
Die Gummibärenbande
Darkwing Duck
Power Rangers
Alf
Chip und Chap
Sailor Moon
Die Simpsons
Die Schlümpfe
Mila Superstar
Goofy und Max
Familie Feuerstein
Die Dinos
Lilalaunebär
Siebenstein
Marsupilami
Löwenzahn
Pumuckl

Paw Patrol
Feuerwehrmann Sam
Chuggington
Meister Mannis Werkzeugkiste
Chuck der kleine Lastwagen
Shawn das Schaf
Bali
Peppa Pig
Zoes Zauberschrank

Naaaa, kennt ihr diese Serien? Bestimmt die eine oder andere. Es sind 60 Stück, wenn ich mich nicht verzählt habe.

60 der bekanntesten Serien.

10 Stück davon haben ein Mädchen / eine Frau als Protagonistin.

10!

Das sind 16,7%.

Was macht das mit unseren Kindern? Und es macht was.

Die Jungs werden bestärkt, die Mädchen bereits unsichtbar gemacht. Fast jedenfalls. Die Jungs/Männer sind dort schon allgegenwärtiger als Mädchen. Sie begleiten unsere Kinder in den Schlaf (Sandmännchen), erzählen „Lach und Sachgeschichten“, lehren über verschiedene Dinge (Löwenzahn), singen und tanzen (Kikaninchen), sie retten (Feuerwehrmann Sam) usw.

Sie erleben spannende Abenteuer, helfen anderen Menschen, stolpern durchs Leben und sind allgegenwärtig. Jungs und Männer sind Helden.

Und Mädchen?

Laura von Lauras Stern bewältigt als Mädchen den Alltag – mit Hilfe ihres Sterns.

Bibi Blocksberg – eine Hexe, sie hat ihre Magie zur Hilfe.

Pippi Langstrumpf – sie hat enorme Kraft, fast wie Hulk. Und ihre Freunde.

Ronja Räubertochter –

Barbie – die anorektische Frau die mit Magie, Freunden und unglaublich viel Rosa, Glitzer und Mädchenklischees noch weitere Klischees bildet…

Hexe Lilli – eine Hexe. Die mit Hilfe ihrer Magie und ihres (männlichen) Drachens diverse Probleme löst.

Sailor Moon – ein Mädchen welches Zauberkräfte erhält und dann die Welt rettet. Oder so.

Mila Superstar – eine Volleyballspielerin mit allen Facetten, die einzige „normale“ in dieser Reihe.

Peppa Pig – eine freche, kleine Schweinedame die für ihr Leben gern in Matschepfützen springt

Zoeys Zauberschrank – ein kleines Mädchen mit einem Zauberschrank und einem (männlichen) Schnuffeltuch, welches ebenfalls mit diesem Zaubergedönse Sachen hinbekommt.

Also, selbst die Serien in denen Mädchen/Frauen als Protagonistinnen vorkommen zeigen das Bild einer weiblichen Figur, die ohne Hilfe (bis auf Mila Superstar) nichts gebacken kriegt.

Während bei den Jungs/Männern ebendiese keine Hilfe brauchen. Zumindest keine Magische und wenn sie Hilfe in Anspruch nehmen, sind sie diejenigen, die die Ansagen machen.

Unsere Mädchen lernen also (unbewusst), dass Jungs die Macht haben und sind. Weil sie ja alles alleine können, während die Mädchen Hilfe brauchen.

Das Bild vom hilflosen, schwachen, kleinen Mädchen wird so nochmal verfestigt und wenn wir es im Alltag ebenso zeigen (Haushalt/Essen/Wäsche etc die Mutter, Reparaturen, Dosen öffnen der Vater) wird es bestätigt.

Wie sollen sie dann zu emanzipierten, selbstbewussten und unabhängigen Frauen heranwachsen, wenn von Anfang an alles schreit: hej, du bist ein Mädchen. Hier, eine Barbie, ein Haargummi und ein Buch über gute Haushaltsführung.

Mädchen werden also als schwach und hilfsbedürftig dargestellt, was auch sonst fortgeführt wird. Ein Mädchen, welches Fußball spielt, wird schnell als „jungshaft“ bezeichnet. Ebenso, wenn es kurze Haare hat. Oder Eishockey spielt, oder auf Bäume klettert oder sich prügelt oder in der Nase bohrt oder pupt.

Jawohl, selbst das ist nur Jungs vorbehalten (Wenn es danach geht, bin ich wohl drei Männer, aber das ist ein anderes Thema).

Klar ist es nicht schön, wenn Kinder sich prügeln. Aber auch das gehört mitunter dazu und was soll das Mädchen machen? Weinend weglaufen? Mir wäre es tatsächlich lieber, wenn meine Mädels dann auch austeilen. (Am Liebsten wäre es mir natürlich, es kommt erst garnicht soweit.)

Aber genau das wird ja auch so gezeigt. Und wenn ein Mädchen zurück schlägt, dann gilt sie als prügelnde Assitussi. Während Jungs die Helden sind.

Wir wünschen uns für unsere Kinder meistens, dass sie es mal besser haben als wir. Machen aber den gleichen Fehler wie Generationen vor uns. Und wenn dann jemand kommt und darauf hinweist, gilt dieser Mensch als empfindlich, spießig und dramatisierend. Wie soll sich denn dann was ändern und besser werden?

Wir müssen ja erstmal selber anfangen uns zu sensibilisieren für diese Dinge. Ohne Wertung.

Und dann müssen wir daran arbeiten diese Dinge zu ändern.

Punkt.

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