Ich präsentiere: den Sinn des Lebens!

Oh, okay, wow, da haut die Melli ja jetzt mal so richtig auf die Kacke, denkt ihr bestimmt gerade.

Was ist es? Höhenflug? Zuviel Ego? Oder einfach komplett übergeschnappt?

Ich verspreche, es ist nichts von alldem. Sondern einfach die Wahrheit.

Ich finde es ja immer toll, wenn große Menschen wie der Dalai Lama oder Buddha tolle Zitate vom Stapel lassen wie zB:

Lass das Verhalten anderer nicht deine inneren Frieden stören (D.L)

Oder sowas in der Art. Gibt es ja viele von. Schön und gut. Und auch wahr. Aber die hatten alle keine Kinder.

(Okay, Buddha ja, allerdings hat er das Kind nie wirklich betreut).

Aber in der Praxis sieht es dann doch anders aus. Niemand von uns hat die Zeit, sich in stundenlangen Meditationen der Erleuchtung anzunähern. Wir haben alle was zu tun und das oft nicht wenig.

Trotz allem bewegt uns allen die gleiche Frage: was ist der Sinn des Lebens?

Wieso gibt es so unendlich viel Leid auf dieser Welt, wenn es doch einen liebenden Gott geben sollte? Wie kann er das zulassen?

Wieso gibt es so viel Leid bei mir, in meinem Leben? Ich habe doch niemandem was getan! Und trotzdem kriege ich ständig einen Drauf, immer und immer wieder.

Und jetzt kommt diese Frau daher und faselt davon, dass Liebe die Antwort sein soll? Der Sinn meines Lebens?

Die verarscht mich doch!!!

Nein. Tue ich nicht.

Aber was uns allen fehlt – also bis auf wenigste Ausnahmen wirklich allen – ist die Selbstliebe.

Haben wir nicht gelernt.

Wir haben gelernt zu hören, brav zu sein, nichts zu hinterfragen und uns selber zu verleugnen. Uns und unsere Gefühle und alles, was uns ausmacht.

Nicht immer, aber eben viel zu oft.

Wir haben gelernt, dass wir nur dann geliebt werden (bzw beliebt sind), wenn wir angepasst sind.

Folgsam, modisch, dünn, intelligent, erfolgreich… Die Liste ist ewig lang.

Wie also können wir uns selbst lieben, wenn wir doch so überhaupt nicht passend sind, auf so vielen Ebenen. Egal, wie sehr wir uns anstrengen und das ist verdammt frustierend.

Ich kenne es ja selber. Ich liebe mich nicht, auch wenn ich weiss, wie wichtig das wäre. Aber es gibt viele Dinge, die ich an mir nicht mag und genau diese Frage stelle ich mir auch – wie kann ich mich selbst lieben, mit meiner unperfekten Figur, den grauen Haaren, meinen schlechten Eigenschaften usw?

Diese Frage ist aber falsch, weil sie den Fokus auf das legt, was von mir erwartet wird. Von mir selbst und der Gesellschaft.

Die richtige Frage wäre: was kann ich denn an mir lieben? Gibt es da was?

Ja.

Ich liebe zB meinen Humor. Meinen Optimismus, meine Stärke, nie aufzugeben, meine Phantasie und meine Kreativität.

Aber hej, das ist ja „nur“ dein Charakter, mögt ihr jetzt sagen.

Stimmt. Mit meinem Körper habe ich noch große Probleme, aber ich arbeite daran.

Aber es ist ein Anfang und ich bin sicher, jede*r findet etwas an sich.

Was hat das jetzt mit dem Sinn des Lebens zu tun?

Ganz einfach:

Eine (ver)änderung findet immer zuerst bei uns statt. Und dann kommt der Schneeballeffekt.

Nehmen wir an, wir schaffen es, uns zu lieben. Und zwar so sehr und uneingeschränkt, wie wir unsere Kinder lieben. Mit allem drum und dran.

Dann sehen wir die Welt mit anderen Augen. Mit Mitgefühl. Und ändern sie Dinge, die anderen Lebewesen schaden. ZB kloppen wir nicht auf jede Fliege oder Spinne in der Wohnung, sondern setzen sie aus. Oder wir kaufen kein Fleisch mehr, weil wir wissen, wie es den Tieren und der Welt damit geht. Wir fühlen mit den anderen Wesen mit.

Wir sind geduldiger, weil wir hinter die Kulissen von Wut, Hass, Trauer und Angst schauen. Wir sehen die Not dahinter. Und gehen anders damit um.

Wir vergeben schneller, weil wir wissen, wie sich das anfühlt, ohne Vergebung leben zu müssen und weil es auch uns gut tut.

Wir sind netter zu uns und zu anderen. Das bewirkt was. Immer.

Wenn alle Menschen sich selber vollkommen lieben würden, wäre diese Welt liebevoller und gesünder, auf so unendlich vielen Ebenen.

Und ich bin ganz sicher, dass es das ist, weshalb wir hier sind. Diese Welt besser zu machen und zu lernen, zu lieben. Ganz und vollkommen.

Die Liebe schadet nicht, niemandem.

Es ist die schwerste und größte Aufgabe in unserem Leben, dies zu lernen und zu leben. Ich wünsche mir von Herzen, das wir das können.

4 Kommentare

  1. Hallo Melli,
    sehr schön und gut geschrieben!
    Ich denke dabei nicht mal so sehr an den Inhalt, sondern an deine
    Art zu schreiben – sehr direkt und authentisch!
    Natürlich ist auch der Inhalt sehr gut – ich sehe mich selber in
    einigen der Aussagen!
    Liebe Grüße,
    Jürgen

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  2. Wahre Worte! Und ich glaube JEDER kann etwas an sich finden, das er liebt. Man muss nur genau hinsehen! Ich liebe z. B. an mir, dass ich optimistisch bin. Und schlau. Und geduldig. Und ein Organisationstalent. Und kreativ. Und geschickt. Das ist doch schon eine ganze Menge, oder?

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