Ach du lieber Himmel

Dafür sollte es eine Selbsthilfegruppe geben. Es gibt doch sonst für jeden Scheiss eine. Es gibt sogar Selbsthilfegruppen für Leute, die süchtig sind nach Selbsthilfegruppen. Wie sieht das aus? Die anonymen Selbsthilfegruppenoliker? Haben die einen 10 Punkte Plan um davon loszukommen?

Naja jedenfalls, es gibt keine. Für mich. Ich kann auch keine Gründen, denn dann wäre ich das einzige Mitglied. Ich glaube, das wird langweilig mit der Zeit.

Bevor ihr hier jetzt schon aufgebt und die Seite zumacht, erkläre ich wohl lieber, was das hier soll.

Also, ich bin Charlotte, kurz Charly genannt. Ich bin 16 Jahre alt und eigentlich ganz normal. Stinklangweilig normal sogar.

Ich komme aus einer stinknormalen Familie, mit einem stinknormalen Reihenhaus und wenn man stinknormal googelt, kommt mein Foto. Wirklich, ich hab es probiert.

Zumindest bis ich 10 Jahre alt war. Irgendwie änderte sich dann mein Leben von stinknormal auf total Irre. Also wirklich irre, wenn ich das jemandem erzähle, denkt er, ich gehöre in die Klapse und eventuell tue ich das auch.

Mit 10 Jahren fiel ich in Ohnmacht. Einfach so. Ich spielte in der Pause mit meinem Freunden und Zack, lag ich da. Als ich aufwachte stand ER da. Ich dachte erst, es sei ein neuer Lehrer, aber nein. Es war ER.

Der eine, einzige, große, wahre und eben jener: Gott.

Doch. Wirklich.

Ich weiss nicht, warum. ER war da und blieb. Bis heute. Ich kann ihn sehen, mit ihm reden und ganz ehrlich, ER kann total Nerven. ER ist unglaublich pingelig, sobald etwas nicht genau an seinem Platz ist, wird ER nervös.

Ausserdem muss ER immer Recht haben (liegt wohl in der Natur der Sache) und ER mischt sich ständig ein. Wirklich immer!! Das macht mich wahnsinnig. Aber es gibt einen Grund, den ich noch erfahren soll. Irgendwann. Wenn es soweit ist.

Sagt ER.

Was noch dazu kam (und ich leider erst später in meinem Bett herausfand) ich kann seitdem auch Seelen sehen. Keine Geister, die gibt es nicht. Aber Seelen, die noch nicht gehen können, wie man so schön sagt. Sie suchen Gott und spüren ihn in meiner Nähe, also kommen sie zu mir in der Hoffnung, ihn bei mir zu finden. Was ja eigentlich logisch ist.

Nur leider befinden sie sich auf unterschiedlichen Ebenen und können deshalb nicht miteinander kommunizieren und ich muss vermitteln. Was schwierig ist, weil Gott meistens dann nicht da ist, wenn er da sein sollte.

Ich „muss“ ihnen also helfen bei den Dingen, die sie hier noch binden und dann steigen sie eine Ebene auf und können selber mit ihm kommunizieren.

Total einfach. Und auch überhaupt nicht gruselig oder so. Oder peinlich, denn da die Seelen auf einer anderen Ebene sind, nehmen sie diese Welt nicht so wahr wie wir.

Sprich, sie kennen keine Grenzen. Oder Wände. Oder Türen. Und stören deshalb auch mal gerne auf dem Klo.

Nun, nach 6 Jahren mit diesem Chaoshaufen muss ich einfach ein paar Erlebnisse loswerden und was eignet sich da am Besten?

Ein Blog. Klar. Sogar noch besser als Selbsthilfegruppen.

An dieser Stelle kommen also meine Erlebnisse mit Gott. Und den Seelen, die hier noch so rumrennen (und davon gibt es einige!).

Ich hoffe, ihr lest mit und ich langweile euch nicht. Wobei…

…Langeweile habe ich seit 6 Jahren nicht mehr.

Schade.

Eure Charly.